Work

Whispering Tree

(2017) Internet-of-Things Audioinstallation

 
A tree is mute. It makes no sound of its own, it sounds only indirectly. It doesn’t move. A tree is moved.

What if it could talk? What if you could extract from it the sounds it has been absorbing over the years? Maybe wrench it out, like you do with a wet towel? How much sound is collected in a tree?

A sound wave is like a time wave. It is a fragment of duration. It is a memory passing by, becoming yet another memory.

Our brain doesn’t store memories chronologically. They are all absorbed into one big silence, until some trigger – a thought, a smell, a touch – brings them right back. Only after we’ve relived the memory we can date it, by comparing it to other memories. Our brain knows no standard time. Time is relative.

Time is a measuring tool we use for orientation. It is a byproduct, a derivative, a side effect, a consequence. We need some concept of time to try and figure out where we are. We can’t image a world without time. But that does not necessarily mean that there is no world without time.

When a machine plays audio, it usually sends a current to a speaker, which then moves the air in a linear way. Waves move through the air, they are converted by our ears and we experience it as sound. The Whispering Tree works the same way, only takes it a step further. It not only converts the air into a linear movement, but into a circular movement as well, which makes it possible to not only hear the sound, but feel it too.


Flüsterbaum
Ein Baum ist stumm. Er macht selbst keine Geräusche. Er klingt nur indirekt. Er bewegt nicht, die Luft bewegt ihn. Ein Baum wird bewogen.

Was, wenn er reden könnte? Was, wenn man die Klänge die er im Lauf der Jahre absorbiert hat, extrahieren könnte, sie auswringen würde wie bei einem nassen Handtuch? Wieviel Klang kann ein Baum aufsammeln?

Eine Schallwelle ist wie eine Zeitwelle. Sie ist ein Fragment des Dauerns. Sie ist eine vorübergehende Erinnerung, die im vorbeikommen sofort wieder eine neue Erinnerung wird.

Erinnerungen werden von unserem Gehirn nicht chronologisch gespeichert. Sie werden alle absorbiert in ein großes Schweigen, bis ein Auslöser – eine Gedanke, ein Geruch, eine Berührung – sie sofort wieder wachruft. Nur nachdem wir eine Erinnerung wiedererlebt haben, können wir sie datieren, indem wir sie mit anderen Erinnerungen vergleichen. Unser Gehirn kennt keine Standardzeit. Zeit ist relativ.

Zeit ist ein Messgerät, das wir zur Orientierung benutzen. Es ist ein Nebenprodukt, ein Derivat, eine Nebenwirkung, eine Konsequenz. Wir brauchen eine Vorstellung von Zeit, um herauszufinden, wo wir sind. Wir können uns keine Welt ohne Zeit vorstellen. Das heisst aber nicht unbedingt, dass es keine Welt ohne Zeit gibt.

Wenn ein Gerät Audio abspielt, schickt es normalerweise Strom zu einem Lautsprecher, der die Luft linear in Bewegung setzt. Wellen bewegen sich durch die Luft, unsere Ohren setzen die bewegte Luft wieder um und wir erfahren es als Klang. Der Flüsterbaum macht das auch so, geht aber weiter. Er setzt die Luft nicht nur mit einem Lautsprecher linear in Bewegung, sondern setzt sie auch in eine drehende Bewegung um, womit er es möglich macht den Klang nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen.


This work is part of the exposition Momentum June-July 2017. It was made possible by galerie weisser elefant with support from the berzirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung Berlin Kultur und Europa (Kultur Mitte) and with the technical support of Winfried Haase, Thijs de Bont (DeBont Amps) and Daniel Matuschek (HiFiBerry).