Work

Counterclockwise

(2017) Audiowork. Piece for eight asynchronous clocks
Whispering Wall sound installation consisting of eight units.

 

Like the unWATCH™ that divides the 24 hours of the day in an uneven, irregular way, this work derives from the notion that Time, as we see it, does not exist.

In this work, each of the eight units acts and sounds like a separate clock. When the work starts, all clocks sound in sync. Then it gradually turns out that not every clock follows the same regular timeline. Sometimes one is slower, sometimes faster. As soon as this happens, a few things become very obvious very quickly.

When all clocks run alike in sync, the work sounds like one single clock and it is very hard to distinguish the separate sounds. However, as soon as one of the clocks changes its pace, it immediately stands out. You can hear it clearly, it appears louder than the others and you recognize its characteristics. As more clocks diverge, the spectrum gets broader and broader.

More and more rhythms of varying complexity are generated. Sometimes they almost appear to end up in chaos, but then suddenly a new synchronicity pops up with surprising new rhythms.

When a particular clock stands out, you can easily tune in to it and follow it with your ears and mind. If it then, for instance, slows its pace, you can almost feel it: as if your heart starts beating slower than it should. Then, just as suddenly as it came up, it disappears again and gets absorbed into the other sounds.

French philosopher Henri Bergson (1859-1941) stated that, if humans wouldn’t have had a prior concept of time, clocks would ultimately just be objects to amuse us; they would only exist for themselves and not to serve us. They would lose their right to exist. Time, according to Bergson, is motion, action, time is duration. Time is change. A clock can give evidence about a certain event, it cannot however determine our world. The clock doesn’t control us, we control the clock.


Gegen den Uhrzeigersinn

Jedes Flüsterwand-Gerät wirkt wie eine separate Uhr. Wenn das Werk startet, laufen alle Uhren synchron. Dann stellt sich aber langsam heraus, dass nicht jede Uhr dieselbe reguläre Zeitachse folgt. Manchmal geht eine langsamer, manchmal schneller.

Wenn alle Uhren im Takt sind, klingt das Werk wie eine einzige Uhr und ist es sehr schwierig die einzelne Klänge zu unterscheiden. In dem Moment aber, dass der Takt von einer der Uhren sich auch nur gering ändert, tritt die Uhr heraus. Man kann sie deutlich hören, sie scheint lauter zu sein als die anderen und man erkannt sofort ihre Merkmale. Je mehr die Uhren voneinander abweichen, desto breiter wird das Spektrum.

Immer mehr Rhythmen variierender Komplexität tauchen auf. Manchmal scheint es, als ob sie jeden Moment in Chaos enden können, aber dann entsteht plötzlich wieder eine neue Synchronität, mit neuen Rhythmen.

Wenn eine bestimme Uhr heraustritt, kann man mühelos auf sie fokussieren und sie mit Geist und Ohren vervolgen. Wenn zum Beispiel ihr Takt verzögert, kann man das fast fühlen: als ob einem das Herz langsamer schlägt als es eigenlicht sollte. Dann, ebenso plötzlich als sie kam, verschwindet sie wieder und wird von den anderen Klängen aufgenommen.

Der französische Philosoph Henri Bergson (1859-1941) meinte, dass, wenn wir Menschen keine vorherige Vorstellung von der Zeit gehabt hätten, Uhren im Grunde genommen nur Gegenstände wären um uns zu amüsieren, sie nur für sich selbst da sein würden und nicht um uns zu dienen. Sie würden ihre Daseinsberechtigung verlieren. Zeit, so Bergson, ist Bewegung, ist Handlung, ist Dauer. Zeit ist Veränderung. Eine Uhr kann eine Aussage machen über ein bestimmtes Ereignis, sie kontrolliert aber nicht unsere Welt. Die Uhr bestimmt nicht uns, wir bestimmen die Uhr.